OB-Kandidat Gunter Czisch

 

  • Wie schätzen Sie generell das Betreuungsangebot in Ulm für 0 bis 6jährige Kinder ein? Wie ist Ulm aus Ihrer Sicht „aufgestellt“? Krippenbetreuung (U3, 0-3jährige) ? KiTa (Ü3, 3-6jährige)?

Das Betreuungsangebot im vorschulischen Bereich ist für mich eine gute Basis. Der Ausbau der Plätze für Kinder unter 3 Jahre war in den letzten Jahren ein Kraftakt. Für keine andere Aufgabe wendet Ulm zu Recht mit fast 30 Mio. € mehr Steuermittel auf. Das Qualifizierungs- und Fortbildungsprogramm hilft uns in der Gewinnung von Fachkräften. Die jährliche Kindergartenbedarfsplanung ermöglicht uns passgenau bedarfsgerecht zu steuern. In den nächsten Jahren müssen wir uns zusammen mit den Kirchen und freien Trägern um moderne Gebäude, bessere Qualität und die Anpassung des Angebots kümmern. Regelmäßige Elternbefragungen sind eine wichtige Grundlage. Ich rechne mittelfristig mit einem höheren und flexibleren Bedarf an Plätzen. Wie bisher werde ich mich auch als Oberbürgermeister dafür einsetzen.

  • Sehen Sie Handlungsbedarf in Bezug auf das Ziel der Vereinbarkeit von Familie und Beruf?

Die Ganztagsbetreuung ist ein wichtiger Beitrag für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Dieses Angebot muss ohne Brüche durchgängig von der Krippe über die KiTa bis in die Schule garantiert sein. In gleicher Weise gilt dies für die Ferienbetreuung. Die Eltern müssen Wahlfreiheit haben, wie sie ihre Kinder betreuen wollen. Nicht jeder will und braucht eine Ganztagsbetreuung. Elternbefragungen sind Maßstab für die Anpassung der Angebote, dezentral nach Stadtteilen und Ortschaften.

  • Sehen Sie Handlungsbedarf im Bereich der Qualität?

In den nächsten Jahren müssen wir uns um Qualität und pädagogische Konzepte kümmern. Pädagogische Vielfalt ist mir wichtig und der genaue Blick darauf, welche Art von Förderung das einzelne Kind benötigt, um ihm bestmögliche Chancen für ein selbstbestimmtes Leben zu eröffnen. An erster Stelle steht die Sprachförderung für bestmögliche Bildungschancen.

  • Sehen Sie Handlungsbedarf im Bereich der angebotenen unterschiedlichen pädagogischen Konzepte (Trägervielfalt)?

Subsidiarität und Trägervielfalt zeichnen Ulm aus, genauso die Zusammenarbeit und der intensive Ringen um die besten Lösungen. Wegen der vorhandenen großen konzeptionellen Vielfalt sehe ich momentan keinen Handlungsbedarf, stehe zielführenden Anregungen aber aufgeschlossen gegenüber. Die sehr gute Zusammenarbeit und die enge Abstimmung mit allen Trägern zeichnet die Arbeit in Ulm besonders aus.

  • Wie stehen Sie zur aktuellen Gebührensatzung? Halten Sie die gegenwärtigen KiTa-Gebühren für angemessen?

Die Gebühren sind hoch. Personal- und Sachkosten sind wie bei keiner anderen Aufgabe angestiegen. Die Stadt hat in den letzten Jahren deutliche Zeichen gesetzt. In keinem Bereich werden so viele Steuergelder eingesetzt und wurde so viel Personal eingestellt, teils sogar über die gesetzlichen Vorgaben hinaus. Die Städte und Gemeinden gehen an ihre finanziellen Grenzen. Unterschiedliche Gebühren sind nicht mehr zeitgemäß. Bund und Land müssen den Kommunen finanziell unter die Arme greifen. Am besten wäre, den Kindergartenbesuch gebührenfrei zu ermöglichen und den Kommunen den finanziellen Aufwand zu erstatten. Solange die Gebührenfreiheit nicht gilt, halte es grundsätzlich für richtig, Gebühren einkommensabhängig und nach gebuchten Betreuungsbaustein zu erheben. Einzelnen Anpassungen in diesem Gesamtgefüge stehe ich aufgeschlossen gegenüber. Gebührensatzungen müssen in regelmäßigen Abständen auf den Prüfstand.

  • Wie schätzen Sie generell das Betreuungsangebot in Ulm für Schulkinder ein? Wie ist Ulm hier „aufgestellt“?

Die Schulkindbetreuung wird schon jetzt ausgebaut. Auch in den nächsten Jahren sehe ich hier eine zentrale Aufgabe der Stadt. An den Schulen müssen zusätzliche Räume geschaffen und Angebote (z.B. Mittagstisch, Betreuung) ausgebaut werden. Dies kostet Geld und Personal. Ich halte diese Mittel im Sinne der Kinder und der Schaffung bestmöglicher Chancen für alle für gut eingesetzt und will in Ulm eine durchgängige gute Betreuung von 1 bis 18 Jahre für alle ermöglichen, die diesen Bedarf haben.

Antwort am 18.11.2015