Verdi-Aktion am 14. März 2018

Der Südwestpresse war am vergangenen Samstag, 10.3.2018, zu entnehmen, dass die Gewerkschaft Verdi morgen (14.3.2018) die Erzieherinnen und Erzieher aus den städtischen KiTas zwischen 10 und 11 Uhr zu einem "Stadtspaziergang" aufruft. Hintergrund ist die aktuelle Tarifverhandlung von Verdi und den Kommunen. Mittlerweile hat die Gewerkschaft in den KiTas über Aushänge diesen Plan konkretisiert: "Alle städtischen Kitas verlassen mit allen Mitarbeiterinnen und allen Kindern das Haus, um sich bei einem 'verdi-Spaziergang' in der Umgebung sehen zu lassen - ausgestattet mit Westen, verdi-Überziehern, Mützen, Fähnchen, Luftballons, Tarifinfos ... "

Bisher hat die Gewerkschaft den interessierten Eltern nicht dargelegt, wie sie sicherstellen will, dass nur Kinder auf diesen Spaziergang mitgenommen werden, deren Eltern sich damit ausdrücklich einverstanden erklärt haben. Auf Anfrage aus der Elternschaft äußerte Frau Maria Winkler (Bezirksgeschäftsführerin Verdi) per email: "Es steht ihnen natürlich frei, ihre Kinder an diesem Tag entweder nicht oder später in die KiTa zu bringen."

Der GEB hat daher Kontakt mit der Stadt Ulm aufgenommen. Wir sind der Sozialbürgermeisterin, Frau Iris Mann, dankbar für die folgenden Klarstellungen der Stadt Ulm (email vom 13.3.2018):

  • "Es dürfen nur Kinder mit zum Stadtteilspaziergang kommen, deren Eltern sich damit einverstanden erklärt haben - die von verdi formulierte Forderung dass alle Kinder alle Kitas verlassen (zum Zwecke der Beeinflussung der Tarifverhandlungen) halte ich nicht für zulässig."
  • "Die Kinder dürfen nicht mit Streikmaterialien ausgestattet werden."
  • "Die Stadt Ulm wird alles tun, damit für die Kinder, die keine Einverständniserklärung haben, die Betreuung sichergestellt ist, denn es handelt sich ja nicht um einen Streik im Rahmen des Tarifrechts."

Diese Informationen werden zur "verbindlichen Beachtung" an alle Einrichtungsleitungen weitergegeben.

 

Der GEB wendet sich entschieden gegen den Versuch von Verdi, die Kinder ungefragt in der Tarifauseinandersetzung zu instrumentalisieren. Wir respektieren ausdrücklich das Streikrecht der Erzieherinnen und Erzieher. Und wir unterstützen auch alle Eltern, die sich mit dem Anliegen der Erzieherinnen und Erzieher solidarisieren. Für uns ist es jedoch auch selbstverständlich, dass Kinder nicht gegen den Willen der Eltern in diesen Arbeitskampf hineingezogen werden dürfen. Wir appellieren hier ausdrücklich an den gesunden Menschenverstand der Erzieherinnen und Erzieher, denen wir unser Vertrauen geschenkt haben.